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Es war also wieder einmal soweit.
Wie jedes Jahr im November versammelte sich ein Grüppchen Ewiggestriger am Wiener Zentralfriedhof, um am nicht-mehr-Ehrengrab des NS-Fliegermajors und NSDAP Mitglieds Walter Nowotny zu gedenken.
Neben Vertretern des Kameradschaftsbunds (ÖKB), waren auch diesmal zahlreiche Vertreter der FPÖ anwesend, unterstützt von einer Abordnung der schlagenden Burschenschaft B! Olympia.

 

Wer war dieser Walter Nowotny und gibt es Gründe, ihn zu ehren?

 

„Walter Nowotny war ein junger Soldat, ein begeisteter Flieger und einer der höchst dekorierten Soldaten des zweiten Weltkrieges.“

Schreiben die beiden FPÖ Politiker Johann Gudenus (damals Klubobmann der FPÖ Wien) und Walter Herzog (damals 2. Wiener Landtagspräsident und neben Walter Seledec und Hans-Jörg Jenewein Gründer des „Verein zur Pflege des Grabes von Walter Nowotny“) am 10.4.2011 in einer ganzseitigen Anzeige in der Kronen Zeitung, die ca. 30.000 Euro (!) gekostet haben dürfte.

Was also will uns Johann Gudenus sagen, der bekanntlich grinsend im Publikum den Ausführungen seines wegen Wiederbetätigung verurteilten Vaters John Gudenus lauschte:

Verhungernde im KZ? „Die schauen eh gut aus, da schau ich dagegen schlecht aus“, höhnte Gudenus senior im Schwurgerichtssaal, als ihm Fotos von der Befreiung des KZ-Mauthausen vorgelegt werden. Gudenus junior und seine Brüder saßen im Publikum und grinsten.

Gudenus´ Großvater Johann Baptist Gudenus war ganz zufällig ebenfalls Mitglied der NSDAP, wie dieses Antragsformular von 1940 belegt, also nach den Novemberpogromen von 1938:

 

Nowotnyfakten:

Walter Nowotny wurde 1920 als Sohn einer Eisenbahnerfamilie geboren und trat am 1. Mai 1938 der NSDAP bei. Er war Mitglied der pennalen Burschenschaft Vandalia Laa, später der Tafelrunde Deutscher Studenten Wartburg zu Mistelbach, zweier schlagenden Schüler- bzw. Studentenverbindungen. Nach deren Zwangsauflösung war er Mitglied der örtlichen Hitlerjugend.

„Der Unteroffizier denkt und Göring lenkt“

Schrieb er am Anfang seiner Fliegerkarriere, die ihn ebenfalls beim Frankreich- u. Polenfeldzug (Angriffskrieg) aktiv mitkämpfen ließ.
Als am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg beginnt, meldet sich Nowotny freiwillig zur Deutschen Luftwaffe.
Am 19. Juli 1941 schoss er seine ersten beiden Feindflugzeuge an der Ostfront ab, was also klar belegt, dass er Mitglied der Anriffsarmee des Deutschen Reichs war. Die meisten seiner Abschüsse betrafen Flugzeuge der russischen Luftwaffe, also der Armee, die sich gegen den Angriffskrieg Hitler-Deutschlands verteidigte.
Am 8. November 1944 wurde er nach 258 abgeschossenen Feindflugzeugen selbst abgeschossen und starb, nicht ohne zuvor von Adolf Hitler persönlich für seinen 250. Abschuss geehrt worden zu sein.

Am 15. November 1944 hielt der Vertreter Adolf Hitlers, Generaloberst Otto Deßloch, die Gedenkrede, in der er unter anderem ausführte:

„Mit Recht können wir sagen, daß Nowotny der neue Typ des jungen deutschen nationalsozialistischen Offiziers ist, der aus der Hitlerjugend hervorgegangen,…

In der Person Nowotny verkörpert sich die Größe dieser Deutschen Jugend, die schon im Nationalsozialsozialismus aufgewachsen ist…

…Du bist als Nationalsozialist und Offizier unberührt deinen Weg gegangen, einen bedingungsloser fanatischer Kämpfer, erfüllt von dem Willen um den Endsieg. Du warst getreu bis in den Tod!“

Reichsjugendleiter Baldur von Schirach:

Auf der Höhe des Ruhmes bliebst du schlicht um gerade ein Ritter ohne Furcht und Tadel, ein wahrhaft nationalsozialistischer Volksoffizier.

Nach jahrelangen Diskussionen im Wiener Gemeinderat wurde 2003 mit Stimmen der Grünen und der SPÖ die Aberkennung des Ehrengrabes für Walter Nowotny beschlossen. Im Juli 2003 wurde vom Wiener Stadtrat Johann Herzog (FPÖ), ex-ORF-Chefredakteur Walter Seledec (BR, Klubobmannstv. FPÖ Wien 19 und Herausgeber von „Zur Zeit“) und Hans-Jörg Jenewein (FPÖ) der „Verein zur Pflege des Grabes von Walter Nowotny“ gegründet.
Seither organisiert der Verein die alljährliche Kranzniederlegung an Nowotnys Grab, zu deren Teilnehmern zählen der Österreichische Kameradschaftsbund, FPÖ Politiker, Burschenschafter, das who is who der österreichischen Neonaziszene wie Gottfried Küssel, Felix Budin, Wolfgang Lechner, oder auch Gregor Tschenscher (ehemals “Blood & Honour” Wien). Auch Martin Sellner, Chef der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften, neofaschistischen „Identitären“ war u.A. 2009 dabei.

 

Wir fassen also zusammen:

Walter Nowotny war ein begeisteter Kampfpilot, der sich, nicht aus einer Soldatenfamilie stammend, freiwillig zu Kriegsbeginn zur Deutschen Luftwaffe meldete und äußerst „erfolgreich“ Teil des Angriffskriegs Hitlerdeutschlands war.

Nowotny war weder ein Held, der die österreichische Zivilbevölkerung beschützte, noch Deserteur, der den Kriegswahnsinn nicht mehr mitmachen wollte und schon gar nicht im Widerstand gegen das Naziregime.

Es gibt also für Nachkriegsösterreicher absolut keinen Grund, Walter Nowotny zu ehren, außer man ist Anhänger des Dritten Reichs und seiner mit ihm untrennbar verknüpften Ideologie der industriellen Massenvernichtung menschlichen Lebens.

 

Wer also ehrte am 12.11.2017 den NS-Flieger Nowotny?

Wen wir bisher aufgrund der uns zur Verfügung gestellten Fotos identifizieren konnten:
Markus Ripfl (FPÖ, RFS – gerade als Obmann von Christopher von Mengersen abgelöst, B! Olympia), Jürgen Finstermann (B! Olympia), Gernot Schmidt (neuer 1. Obmann Stellvertreter RFS, B! Olympia) und Joachim S. Bauer (RFS, B! Olympia)

Joachim S. Bauer fiel unlängst damit auf, dass er einen Artikel über den Suizid eines 11-jährigen afghanischen Flüchtlingsjungen mit einem lachenden Smiley bedachte. Dass er seine Bewertung nicht änderte, sondern ganz zurückzog und der RFS auf Beschwerden anderer Facebook UserInnen erst gar nicht reagierte, zeigt, dass dies wohl kein Versehen war. Seine Likes auf Facebook lassen ebenfalls auf eine eindeutige menschenverachtende Gesinnung schließen.

 

Friedrich Dallinger – BR FPÖ Wien 10 (im Bild ganz rechts)

 

Franz M. Haas – BR FPÖ Wien 12 / Pressemitarbeiter im FPÖ Rathausclub / Presseausweis Parlament

 

vlnr: Anita Skrapits – BR FPÖ Wien 21, Michaela Jorde – BR FPÖ Wien 21, Michael Niegl – Obm.Stv. FPÖ Wien 21 / Abg. z. Wr. Landtag

 

Andreas Brazda – BR FPÖ Wien 21
linkes Bild: 2.v.r., rechtes Bild: beim Nowotny Gedenken 2015 Bildmitte

 

Ulla Oswald – GR FPÖ Krems (mit Sonnenbrille, ganz rechts: Alfred Nechvatal)

 

Alexander Steininger – BR FPÖ Wien 22
linkes Bild: Nowotny Gedenken 2017, rechtes Bild: Nowotny Gedenken 2015

 

Annemarie Kment – trat 2015 bei den WKO-Wahlen für die FPÖ an und
Helwig Leibinger – BR FPÖ Wien 2

Helwig Leibinger ist immer wieder bei Kundgebungen der neofaschistischen „Identitären Bewegung“ anzutreffen: Bild links: 11.6.2016 – ganz links, Bild rechts: 27.7.2016 im blauen Polo

Weiters noch das fanatische FPÖler-Paar Jutta K. (erstes Bild: Mitte, drittes Bild: rechts) und Martin S.
Jutta K. ist auch öfter bei Kundgebungen der Identitären anzutreffen, wie hier am 27.7.2016.

 

Wie angekündigt, sind dann doch ziemlich verspätet Susanne Andrea Helfenbein und ihr wegen Wiederbetätigung vorbestrafter Sohn Marco aufgetaucht.

Robert Kiesinger, der die Einladung zum Gedenken netterweise auf Facebook veröffentlichte, war dann doch nicht anwesend. Schade.

Zuletzt noch die Burschenschafter Abordnung beim Nowotny Gedenken 2017:


 

Nowotny Gedenken 2016

2016 wurde das Nowotny Gedenken eine Woche früher abgehalten, somit gibt es nur ganz wenige Fotos. Diese und ein paar Outings lassen allerdings auf folgende Teilnehmer schließen:

– Manfred Kurzmann – der steirische FPÖ Landtagspräsident hielt auch die Rede
– Hans-Jörg Jenewein – Mitgründer des „Verein zur Pflege des Grabes von Walter   Nowotny„, Abgeordneter zum Nationalrat, Bezirksparteiobmann FPÖ Wien 5
– Robert Podany – BR FPÖ Wien 22
– Manfred Hofbauer – LAbg. GR FPÖ Wien 11 (siehe Nowotny Gedenken 2015)
– Michael Niegl – Obm.Stv. FPÖ Wien 21 / Abg. z. Wr. Landtag (nicht sicher, siehe auch   2017)


 

Nowotny Gedenken 2015

Das Nowotny Gedenken 2015 fand am 8.11.2015 statt.
Auch an diesem Tag war rege Beteiligung von FPÖ Funktionären zu beobachten:

 

Johann Herzog – Mitgründer des „Verein zur Pflege des Grabes von Walter   Nowotny„, 2. Präsident des Wr. Landtags, Ehrenobmann FPÖ Wien 5

 

Alexander Steininger – BR FPÖ Wien 22 (siehe auch 2017)

 

Andreas Brazda – BR FPÖ Wien 21 (Bildmitte, siehe auch 2017)

Andreas Brazda BR FPÖ Wien 21 mitte_H8F8275

 

Christoph Weisel – BR FPÖ Wien 11

 

Klaus Handler – LAbg. GR – FPÖ Wien 11 – (Bild: links)
Manfred Hofbauer – LAbg. GR – FPÖ Wien 11 – (Bild: rechts)

 

Ronald Repper – BR FPÖ Wien 22

 

Manfred W. Platschka – pen. B! Germania Libera, stets auf Kundgebungen der neofaschistischen „Identitären“ anzutreffen, wie im Bild rechts am 27.7.2016, Ex-FPÖ Mistelbach, jetzt angeblich FPK.
Als die FPÖ Abgeordneten zur Angelobung 2017 plötzlich Edelweiß statt Kornblume trugen, kommentierte er in einer FPÖ-Gruppe ob des „Kniefalls“ (sic!): „es war ein Schlag ins Gesicht für jeden deutschnationalen Menschen in Österreich.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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