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Wie das Amen im Gebet verdichteten sich knapp vor der Gemeinderatswahl in Graz, Hetze, Lügen und Unwahrheiten auf diversen einschlägig bekannten Facebook-Seiten und Gruppen.
Besonderes Ziel der Diffamierungen und des Hasses waren wie zu erwarten, die Grünen, die auch nach der Wahl wieder vor der FPÖ liegenden Kommunisten und ganz klar, Ausländer und Moslems.

Einen Tag vor der Wahl, am 4.2.2017 um 16:29 postete der Grazer Gerald Koren ein Foto auf seinem Facebookprofil, das eine Gegensprechanlage mit
36 Wohneinheiten zeigt, die zu einer neugebauten Siedlung im Grazer Stadtteil Graz-Lend gehören. Diese Wohnungen sollen von der Gemeinde Graz zugewiesen werden.

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Die Bewohner wurden von uns unkenntlich gemacht.

 
Was Gerald Koren am meisten stört, ist die Tatsache, dass sich nur ein einziger deutscher Name unter all den anderen eindeutig ausländischen Namen befindet – die meisten Kommentare auf sein Posting nehmen automatisch an, dass dieser arme vor der Islamisierung stehende Einheimische, der Hausmeister wäre und „die Ausländer natürlich eh nix hackeln – Ghetto und so“.
Wie bei uns üblich, sehen wir uns das etwas genauer an und entdecken sofort, dass es in dem Haus 36 statt der von Koren erwähnten 38 Wohneinheiten gibt und dass es 5 statt nur 1 einheimisch klingende Namen sind. Zugegeben, das Verhältnis „Einheimische“ zu „Ausländern“ ist auf den ersten Blick schon etwas auffällig, allerdings deuten die Namen der Bewohner auf verschiedene Herkunft hin und sagen natürlich nichts darüber aus, ob sie nicht schon lange hier leben und arbeiten und vielleicht viele von ihnen längst Österreichische Staatsbürger sind.
Interessant ist auch, dass Herr Koren, ein leidenschaftlicher SK Sturm Graz Anhänger, normalerweise bei seinen Postings auf maximal 50 Reaktionen, ein paar Kommentare und hin und wieder eine Teilung kommt, aber ausgerechnet bei diesem Posting sind es in nur 23 Stunden sage und schreibe 2.495 Teilungen und 313 Reaktionen.

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In nur 23 Stunden

Solche Zahlen passieren nicht einfach so. Diese Teilungszahlen erreicht normalerweise nur der Anführer der Partei, die Herr Koren – welch Wunder – präferiert, der FPÖ nämlich, und auch die Personen, Gruppen und Seiten, die das natürlich unhinterfragt  wie von Zauberhand teilen, sind die selben. Sämtliche AfÖ-Seiten mit zusammen weit über 100.000 Likes, diverse Anti-Islam Seiten, „Wir wählen FPÖ“, Pegida, Patrick Lenart von den rechtsextremen Identitären, einige offizielle und inoffizielle FPÖ-Seiten, Arndt Burgstaller von der einschlägig bekannten FPÖ Radenthein und auch die FPÖ Funktionäre wie:

 

Leo Gabriel Kohlbauer, FPÖ Wien 6 – gut bekannt mit dem mysteriösen Berater des kurzzeitigen Pegida-Sprechers Georg Immanuel Nagel Markus Goritschnig (ebenfalls FPÖ Wien 6) und Alexander Schleyer, NR Christian Höbarts Ex-Mitarbeiter, der unter anderem auch für den mittlerweile extrem rechts abgebogenen Andreas Unterberger in seinem Blog 2013 den Gastkommentar
Ihr gehört ins Gulag: Das wahre Gesicht der Bessermenschen“ verfasste. Dieser Text ist noch einer der harmloseren von Alexander Schleyer.
Kohlbauer gibt hier auch eindeutig eine Wahlempfehlung für die FPÖ und gegen die Kommunisten ab.

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Christian Hafenecker, Abgeordneter zum Nationalrat, der das natürlich auch unhinterfragt mit „Eigentlich Wahnsinn!“ kommentiert. Bei ihm wird mit dem typischen Vorurteil des Schafe grillens am Balkon kommentiert.

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Während uns gerade dämmert, wer denn dieser Gerald Koren sein könnte, bzw. ob wir ihn nicht von einer ausländerfeindlichen Kundgebung in Graz kennen, bekommen wir von FPÖ Fails eine PN weitergeleitet, die wir nach Rücksprache auch veröffentlichen dürfen.
In dieser PN meldet sich die von den besorgten Grazer Bürgern als „einzige“ einheimische bemitleidete Bewohnerin des Hauses, die auch schon bei diversen Kommentaren erfolglos aufzuklären versuchte:

 

„Hallo liebes FPÖ Fails Team;

ich melde mich bei Euch in Bezug auf ein Thema, auf das mich ein Freund via FB aufmerksam gemacht hat.
Ein Herr Gerald Koren verbreitet via seiner privaten FB Seite und durch „Wir wählen FPÖ“ ein Bild des Klingelschilds meines Wohnhauses in Graz. Er beklagt, es gäbe in diesem Haus 38 Wohneinheiten und nur ein Name davon sei österreichisch, noch dazu behauptet er, dass diese Wohnungen durch die Gemeinde Graz vergeben würden. Dies ist aber nicht richtig. Die wohnbaugruppe.at/enw vergibt diese Mietkaufobjekte und es steht jedem frei, diese mittels Anzahlung und monatlichen Aufwänden anzumieten bzw. zu erwerben. Da ich genau dort wohne und mein Name … (Name der Red. bekannt) wohl diesen Kriterien entspricht, habe ich umgehend darauf reagiert und mich distanziert. Sein Posting wurde bereit über 2000 Mal geteilt und ich bin darüber sehr betroffen und auch wütend. Die Hausverwaltung habe ich bereits in Kenntnis gesetzt und die Postings auch an FB gemeldet.

Könnt Ihr mir hier weiter helfen bzw. habt Ihr eine Idee, was ich weiters unternehmen könnte? Hier wird vorsätzlich Unwahres verbreitet und meine Nachbarn verunglimpft (und ich selbst möchte meinen Namen in so einem Zusammenhang auch nicht mißbraucht sehen).

Vielen lieben Dank und liebe Grüße aus Graz,
Bettina“

Richtig! Gerald Koren war uns bei der ausländer- u. islamfeindlichen PEGIDA-Kundgebung am 29.3.2015 in Graz aufgefallen. Es kam dabei zu Anzeigen u. Verurteilungen wegen Hitlergrüßen, die Redner und Kundgebungsteilnehmer setzten sich aus einschlägig und amtsbekannten Hooligans, Neonazis (auch aus Wien angereist), Identitären wie Peter Dingsleder, Emil Matthias Wunder (PDV),  Rechtsextremen und natürlich FPÖlern wie Susanne Winter, Ingrid Lobnik und dem oben erwähnten Pegida-Berater Markus Goritschnig zusammen.
Welch Zufall.

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Gerald Koren im Vordergrund

Kaum stand die Hochrechnung der GrazWahl2017 fest, löschte Gerald Koren sein Posting kommentarlos und somit waren alle anderen Teilungen und erwartungsgemäß heftigen Kommentare weg.
Nicht ganz natürlich, denn wir sicherten noch rechtzeitig einige davon:
Edit: Einige Facebookuser hatten sich allerdings das Foto heruntergeladen und selbst gepostet. Dort und auch auf VK.com, dem russischen Pendant zu Facebook, auf dem sich Profile mit Hakenkreuzen, Schwarze Sonnen etc. in trügerischer Sicherheit wähnen, wird das Foto nach wie vor geteilt.

 

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Umvolkung„, ein NS-Ausdruck, der bei der FPÖ sehr beliebt ist.

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Auf der Seite „Pro-FPÖ“ mit 31.125 Likes.

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Manfred „Jonny“ Höfler, die erste Sprengung

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Aus der Gruppe „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache als Kanzler“
mit 12.801 Mitgliedern:

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Manfred „Jonny“ Höfler diesmal nicht sofort.

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Wieder von wo anders:

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Und auch der Linzer Florian Machl darf mit seinem ziemlich wirren, rassistischen, rechten Blog FMpolitics nicht fehlen:

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Widerrede verträgt er bekanntlicherweise nicht. Fake News und Polemik liegen ihm da schon eher:

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