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15.10.2016 – ein Samstag in Wien, der Stadt, in der jeder mit dem berühmt berüchtigten goldenen Wiener Herzen herumläuft.
In der Absberggasse im 10. Wiener Gemeindebezirk filmt eine Frau folgende Szene:
Ein junger Mann legt sich vor eine stehende Straßenbahn, tritt sie dann und schreit etwas auf arabisch. Er sei nicht vom IS, er will Frieden in Syrien, Assad und seine russischen Verbündeten nicht.
Er läuft auf ein stehendes Auto zu, wirft sich auf die Motorhaube und reißt den Rückspiegel auf der Fahrerseite herunter. Passanten versuchen ihn zu beruhigen, er stellt sichtlich keine Gefahr für andere dar, nur für sich selbst, denn plötzlich läuft er auf die Straßenbahn zu, klettert auf das Dach und versucht sich durch einen Griff in die Oberleitung das Leben zu nehmen. Dies misslingt, da der Straßenbahnfahrer den Stromfluß in der Oberleitung in letzter Sekunde unterbrechen kann.
Der junge Mann, in einem sichtlich psychischen Ausnahmezustand, wird schließlich von der inzwischen eingetroffenen Polizei überwältigt und befindet sich derzeit wegen Suizidgefährdung in einem Spital.

Was bewegte diesen Menschen zu dieser Verzweiflungstat?
Wie wir inzwischen recherchieren konnten, stammt der Mann aus Khan al-Shih, einer süd-westlich von Damaskus gelegenen Stadt, in der sich ein gleichnamiges Flüchtlingslager befindet. Die Stadt wird seit 1.10.2016 wie schon in den vergangenen Jahren von den Regierungstruppen unter Unterstützung russischer Streitkräfte angegriffen. Berichte und Videos berichten von schwerem Artilleriefeuer und Luftangriffen, in denen die berüchtigten Fassbomben und auch Cluster Bombs sogar in der Nacht eingesetzt werden.
Eines dieser Videos hatte der Mann zu Gesicht bekommen und den Leichnam seines Vaters erkannt. Dann kam noch die Meldung, dass insgesamt 5 Mitglieder seiner Familie – möglicherweise seine gesamte Familie – ebenfalls getötet oder lebensgefährlich verletzt wurden.

Die Kronen Zeitung veröffentlichte das Video, das auf Facebook gepostet und mittlerweile wieder gelöscht wurde, entgegen jeglicher journalistischer Ethik mit unzähligen Standbildern versehen. Über die Kommentare bei der Krone auf Facebook sollten die Strafverfolgungsbehörden ebenso einen intensiven Blick werfen wie über die bei HC Strache. oe24.at veröffentlichte natürlich auch das Video des Suizidversuches. Kurz darauf wurde der Artikel von HC Strache um 15:54 mit dem Kommentar „Fassungslos!“ und auf einem WordPress-Blog namens „Asylterror.com“ geteilt.

Was darauhin passierte, lässt jeden normalen, einigermaßen empathischen Menschen tatsächlich fassungslos zurück.

Innerhalb kurzer Zeit hatte das Posting bei HC Strache
4.350 Likes
1.315 Teilungen
1.023 Kommentare (Unterkommentare nicht mitgezählt)

Die Kommentare waren bis auf wenige Gegenstimmen von unbändigem Hass und Menschenverachtung geprägt, wie man den ausgewählten über 200 Screenshots am Ende des Artikels entnehmen kann. Sie stammen ausschließlich von FPÖ-Wählern bzw. von ein paar deutschen AfD/FPÖ Fans. Die wenigsten finden gut, dass der Suizidversuch misslingt.
Nicht ein einziger Kommentar wurde gelöscht, allerdings wurde die Öffentlichkeit darauf aufmerksam und zahlreiche Tweets und Facebookeinträge machten darauf aufmerksam.
Die Kritik von RA Georg Bürstmayr auf Straches Timeline war noch die, die am längsten überlebte.
Sonntag Nachmittag wurden endlich einige Kommentare bei HC Strache gelöscht.
Aber nein, nicht der Hass fiel der Zensur zum Opfer, es waren ausschließlich Kommentare von Kritikern wie
RA Georg Bürstmayr, Klaus Schwertner (Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien), Florian Klenk (Falter), Julya Rabinowich (Schriftstellerin), Marco Schreuder (Grüne), Gebrüder Moped,…
Selbst der kritische Kommentar eines FPÖ-Wähler namens „Jakob Potassium“ wurde nach ca. 15 Minuten gelöscht. Einen fast gleichlautenden hatte er am Sonntag um 22:32 nochmals eingestellt:

„Als FPÖ-Wähler schäme ich mich sehr für die ganzen gehässigten Kommentare die von diesen Leute zu diesen thema abgegeben werden. ich hoffe die FPÖ besteht nicht nur aus diesen Leuten sonst, muss ich es mir ernsthaft überlegen, ob ich diese Partei noch weiter unterstützen kann.“

Conclusio:
Heinz-Christian Strache betreibt aktiv Hetze, wie auch mit den absichtlich falschen bzw. aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten von Volker Beck Bündnis 90/Die Grünen, wie FPÖ Fails wieder am Sonntag aufdeckte. Jegliche sachliche Kritik wird gelöscht, die Kritiker werden blockiert, Hasspostings, die teilweise eine strafrechtliche Relevanz aufweisen, werden bewusst stehen gelassen und weitere zugelassen.

Derzeit hält der Thread bei 997 Kommentaren plus Unterkommentaren wie:

9 Kommentare zu “Die blaue Saat des Hasses

  1. Gibt es zu dieser Seite auch ein Impressum? Wer ist der Autor/die Autorin dieses Artikels? Ich finde das Verhalten von Strach&Co untragbar. Danke für die Zusammenfassung die ich besser nicht schreiben hätte können. Doch noch besser wäre der Artikel, wenn es zu dieser Seite ein Impressum und Offenlegung der AutorInnen gäbe. Danke!

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    • Ein Impressum wird es solange nicht geben, solange die FPÖ Kritiker und Journalisten mittels Steuergeldern, unfairer Tricks und Missbrauch der Justiz versucht, in den finanziellen Ruin zu klagen.

      Wir und viele andere Initiativen gegen Hass im Netz, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus bekommen keinen Cent Förderung. Von keiner Partei, von niemandem.

      Wir investieren unsere Zeit, unsere Energie und unser Geld in die Zukunft dieses Landes, weil wir dieses Land und seine Menschen (nicht alle) tatsächlich lieben.

      Gefällt 1 Person

  2. Schaut so aus, dass unsere lieben FPÖ Wähler nicht mal Deutsch können
    Traurig echt Traurig
    Man kann ein Buch über die primitiven schreiben
    Wie da Herr – so das Gscherr

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