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„Es gab keine NS Verbrechen“

„NS – verbrechen so ein Schwachsinn…..hört die lüge denn nie auf…“

„…Strategie gewisser Kräfte, Jahrhunderte lang erprobt,
ca.2000 Jahre lang.“

Dies und noch so einiges anderes an Geschichtsrevision, Verschwörungstheorien und Antisemitismus war gestern auf der Facebook-Seite von HC Strache zu lesen.
Doch wie kam es dazu?

HC Strache teilte einen Thread von Hans-Jörg Jenewein – FPÖ Mitglied des Österr. Bundesrates mit unter anderem einigen Berührungspunkten zum NS-Gedankengut – in dem er den Screenshot eines Tweets von ORF-Journalist Armin Wolf kommentiert.
Armin Wolf meint in seinem Tweet: „Arzt behandelt keine Asylwerber, Anwalt verteidigt keine Ausländer, Bar ist „asylantenfrei“. Was kommt als Nächstes? “ – darunter ein Foto aus der NS-Zeit „Eine deutsche Hausfrau kauft nicht beim Juden!

000b_twitter
Wolf bezieht sich auf Vorkommnisse der letzten Tage, wie
–  eine Wirtin, die sich rühmt, ab nun ein „Asylantenfreies Lokal“ zu führen,
–  Dr. Thomas Unden aus Wien, einen rassistischen und antisemitischen Arzt mit Hakenkreuzen und SS-Sprüchen auf seiner Facebook-Seite, der keine „Asylanten“ mehr behandeln will (mittlerweile ist er deswegen seinen Kassenvertrag los)
–  und den Rechtsanwalt von Protagonisten der Rechtsextremen- u. Naziszene wie Ludwig Reinthaler, Mag. Klaus Burgholzer aus Linz, der ebenfalls keine (kriminellen) Ausländer vertreten will. Seine Begründung an die OÖ Rechtsanwaltskammer (ein Ausschnitt):

„Aus moralischen Gründen und aus Gründen der Ideologie, – ich bin bekanntlich politisch rechtsorientiert, also volkstreu und heimattreu – ist es für mich nicht weiter vertretbar, kriminelle Ausländer als Verfahrenshelfer zu verteidigen.“

Hans-Jörg Jenewein wirft daraufhin dem „selbsternannten Anchorman des ORF“ vor, er würde „die NS Zeit mit der aktuellen Migrationskrise in Europa vergleichen“.
Wehrsportler HC Strache legt theatralisch als neuer Verteidiger der Juden nach und bezichtigt Armin Wolf der „Verharmlosung und Relativierung der NS-Verbrechen in skandalöser Weise“.
Man erinnere sich an dieser Stelle an Straches Besuch der Jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem in der er anstatt einer Kippa die „Biertonne“ der Burschenschaft „Vandalia“ trug.

Strache in der Gedenkstätte Yad Vashem mit der "Biertonne der Burschenschaft "Vandalia"

Strache in der Gedenkstätte Yad Vashem mit der „Biertonne“ der schlagenden und deutschnationalen Schülerverbindung „Wiener pennale Burschenschaft Vandalia“

Eine altbewehrte Taktik der Rechten, eigentlich das, wofür sie ständig angeprangert, angeklagt und verurteilt werden – Verhetzung, Holocaustleugnung, Verharmlosung des NS-Regimes, Antisemitismus – ihren Kritikern vorzuwerfen. Sozusagen als selbsternannte „neue Juden“.
Wolfs Frage ist natürlich kein Vergleich, sondern die berechtigte Frage, ob „Kauft nicht beim Juden!“ die Steigerung zu dem wäre, was in der Bevölkerung durch die Hetze der FPÖ gerade passiert.
Wir stellen in den letzten Monaten übrigens einen eindeutigen Anstieg an antisemitischen Postings und Kommentaren fest, die sich zur ebenfalls immer stärker intensivierenden Hetze gegen Flüchtlinge gesellen.

Die Zeichen wiederholen sich wie vor 80 Jahren – wurde sogar im August 2015 von Richter Stefan Romstorfer am Landesgericht Wien entschieden, dass

FPÖ BPO Heinz-Christian Strache mit Adolf Hitler verglichen werden dürfe.

„DJ Mosaken habe sein Posting wohlüberlegt formuliert“, erklärte der Richter am Wiener Landesgericht für Strafsachen.
Der Volkshetzer „sei aber praktisch notorisch, um nicht zu sagen:
Herr Strache liefert dafür laufend ein Tatsachensubstrat“, stellt der
Richter fest. Und merkt noch an:
„Das muss sich Herr Strache gefallen lassen.“

Strache legte natürlich Berufung ein – jetzt liegt die Entscheidung beim Oberlandesgericht Wien. Das „Tatsachensubstrat“ hatte Strache gerade nach dem Urteil in Hinsicht auf die Wien Wahl erwartungsgemäß verdichtet. Man darf gespannt sein.
Inzwischen wird HC Strache noch beim „Akademiker“ball, wie der WKR-Ball von der FPÖ umgetauft wurde, das Tanzbein schwingen. Bei dem Ball, den man zumindest nach dem Urteil des Pariser Berufungsgerichts „antisemitischen Ball“ von „Nostalgikern des Dritten Reiches“ nennen darf.

Zurück zum Thread des HC Strache und seiner getreuen Fans.
Der gesamte Thread wurde natürlich gerichtsverwertbar gesichert – die extremsten Kommentare finden Sie im Anschluß:

008_ns-verbrechen schwachsinn

013_es gab keine ns-verbrechen

005_geschichtsbild

006_diametral

001_gewisse kräfte 2000 jahre

002_asylanten loslassen

007_krätze

012_huanbua

003_nazikeule010_anzeige wg verbotsgesetz

011_verharmlosung

009_verharmlosung

.

2 Kommentare zu “„Es gab keine NS Verbrechen“ – bei HC Strache

  1. Erschreckend und schwer erträglich, was da jetzt zunehmend ungeniert geäußert wird. Aus welchen Löchern kommen die eigentlich alle gekrochen, in Österreich wie in Deutschland? Man erwartet ja fast schon die ersten Forderungen nach einem erneuten Anschluss…

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    • Die Forderungen gibt es schon längst – tagtäglich auf Facebook Seiten u. Gruppen von der FPÖ od. mit FPÖ-Nähe zu lesen. Viele Österreichische Patriotengruppen bestehen zu leicht 50% aus Deutschen – es gibt längst nur noch ein „wir“ wenn von D u. Ö gesprochen wird. Deutsche wünschen sich wortwörtlich einen „Führer“ wie Strache, etc.

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