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Was nur soll man von einer Partei denken – die Frage ist im Fall der FPÖ eher rhetorisch – für die NS-Urteile immer noch Relevanz besitzen?

In Florian Klenks Artikel „Wie die Wiener FPÖ einem NS-Opfer ins Ehrengrab spuckt“ im „Falter“ findet man einen FPÖ-Bezirkspolitiker der FPÖ-Landstraße (Wien), der die Umbenennung einer Schule nach dem NS-Überlebenden Friedrich Zawrel unter anderem mit den Worten Dieser Herr sei ein mehrfach vorbestrafter Krimineller…“ kommentiert und ihm somit aufgrund seiner Verurteilungen durch das NS-Regime in Jugendjahren die Vorbildwirkung für die Schüler dieser Schule abspricht.

Falter Artikel

Florian Klenk / Falter

Alfred Strasser ist dieser Mann, für den NS-Urteile bis Heute noch relevant sind. Bezirksrat jener FPÖ-Landstraße, die unlängst mit ihrer widerwärtigen Protestaktion vor dem Asylzentrum in der Erdbergstraße in die Medien gelangte.

Alfred Strasser - Bezirksrat, Obmann des Kulturringes Landstraße

Bei dem angeblichen Fototermin vor dem Asylzentrum, der laut dem geschäftsführenden Bezirksparteiobmann Dietrich Kops nur 30 Minuten dauerte – in Wirklichkeit waren es mind. 1h15min – hielten die FPÖler Schilder mit der Aufschrift „Nein zum Asylantenheim“ in Händen. Auch Christian Sova und ein weiteres Mitglied der im Verfassungsschutzbericht für 2014 erwähnten rechtsextremen „Identitären“ waren anwesend. Mangels weiterer anwesender Kameraden unterließen sie allerdings eine Spontanaktion und zogen unverrichteter Dinge wieder ab.

Dietrich Kops_01

Dietrich Kops, geschäftsführender Bezirksparteiobmann FPÖ-Landstraße

Der Kurier-Fotograf Jürg Christandl war just in dem Moment zur Stelle, als die Flüchtlingsfamilie Ziad, Maram und der 4-jährige Mahmoud Rabeh aus Damaskus in Syrien beim Asylzentrum ankommen.

Flüchtlingsfamilie in Erdberg - Foto: Jürg Christandl/Kurier

© Jürg Christandl / Kurier

Da natürlich nicht sein kann, was nicht sein darf, unterstellte der Bezirksparteiobmann der FPÖ-Landstraße und BPO Heinz-Christian Strache dem Kurier-Fotografen in der Sendung „Im Zentrum“ und darauf noch einmal
in der „ZiB 2“:

Die Gegendemonstranten hätten es „organisiert, dass ein Kind mit einem Fotografen positioniert vorbeigeführt wurde. Und so kann man mit Bildern Kinder missbrauchen“

„Kurier“ Herausgeber und Chefredakteur Helmut Brandstätter klagte daraufhin den FPÖ-Chef wegen Kreditschädigung – das Urteil ist noch ausständig.

Die Aktion der FPÖ-Landstraße veranlasste daraufhin die Künstlerin Ruth Beckermann ihre Installation „missing link“ vor der Wiener Albertina für
24 Stunden vom 18.6. bis zum 19.6., 21 Uhr zu verändern.
Statt den Schwarz-Weiß-Bildern aus dem März 1938, die Juden zeigen, die den Gehsteig schrubben und Nationalsozialisten, die darüber lachen, wurde das KURIER-Foto von Jürg Christandl, sowie weitere Fotos des Fotografen John Sobek von der FPÖ-Aktion eingeblendet.

Update 29.7.2015:
Die ÖVP Landstraße reagierte umgehend auf die Aussagen der FPÖ zur Schulumbenennung via APA(OTS) – Zitat:

„Die aktuellen Aussagen des Bezirksrats der FPÖ Landstraße, Alfred Strasser, in Zusammenhang mit der Benennung einer Schule, sind auf das Schärfste zu verurteilen und dürfen keinesfalls unkommentiert bleiben. Hier wird das Andenken an einen Mann, der unglaubliches erleiden musste, durch vollkommen sinnbefreite und komplett deplatzierte Aussagen beschmutzt“, so die Spitzenkandidatin der ÖVP Landstraße Bezirksrätin Sabine Schwarz in Reaktion auf einen Bericht des „Falter“.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150729_OTS0088/oevp-landstrasse-das-andenken-an-friedrich-zawrel-wird-durch-die-aussagen-der-fpoe-landstrasse-beschmutzt

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